28. Nov 2007 | zur Übersicht
GampelBratsch.– Die Gemeinden Gampel und Bratsch orientierten am 26. und 27. November 2007 die Bevölkerung über das Fusionsprojekt der Einwohner- und Burgergemeinden. Die Abstimmungen finden am Wochenende vom 19.|20. Januar 2008 statt.
Die Gemeinderäte von Gampel und Bratsch haben sich Ende Oktober 2007 einstimmig für eine Fusion ihrer Einwohner- und Burgergemeinden ausgesprochen. Mitte November 2007 wurde der Bevölkerung der extra-weibil, welcher auf 28 Seiten detailliert über die Fusion informiert, zugestellt. Am 26. und 27. November 2007 informierten nun die Gemeinden an getrennten Informationsveranstaltungen ausführlich über das Fusionsprojekt. Durch die Fusion würde mit 1'857 Einwohnern die siebtgrösste Gemeinde im Oberwallis entstehen.
Der Gemeinderat von Gampel informierte am 26. November, der Gemeinderat von Bratsch am 27. November 2007 zusammen mit Treuhänder und Projektleiter Pascal Indermitte (BPT) über das Fusionsprojekt. In den Frage- und Diskussionsrunden interessierten vorab die Finanzen. An den gut besuchten Informationsveranstaltungen war in beiden Gemeinden eine sehr positive Stimmung der Bevölkerung zum Fusionsprojekt auszumachen.
In beiden Gemeinden sind es die Finanzen, welche am meisten interessieren. Der Kanton engagiert sich bei einer Fusion mit insgesamt CHF 4'260'000. Durch den Sanierungsbeitrag des Kantons von CHF 2'000'000 wird die Gemeinde Bratsch mit der gleichen Pro-Kopf-Verschuldung (rund CHF 4'900) wie Gampel in die Fusion eingehen. Die Finanzhilfen zur Fusion von CHF 2'260'000 erlauben es der Fusionsgemeinde, sich teilweise zu entschulden. Eine Entschuldung ist denn auch sehr willkommen, sind in der Planperiode 2008-2012 nicht weniger als CHF 9'926'000 netto zu investieren. Die Bevölkerung von Bratsch profitiert nicht zuletzt von einer Steuersenkung, welche für eine Familie mit einem steuerbaren Einkommen zwischen CHF 50'000 und 100'000 eine jährliche Steuerreduktion von CHF 450 bis 900 ausmacht. Eine unverheiratete Person profitiert gar von einer Steuerersparnis von CHF 700 bis 1'400. Die einmaligen Fusionskosten sind mit CHF 405'000 veranschlagt. Im Gegensatz dazu rechnet man mit jährlichen fusionsbedingten Kosteneinsparungen von rund CHF 100'000.
Vereinzelt wird der Verlust der Gemeindeautonomie befürchtet, d.h. die Einschränkung des Handlungsspielraums der Gemeinde. Die Gemeindeautonomie umfasst die Organisations-, die Aufgaben- und die Finanzautonomie. Gerade bei kleinen Gemeinden wie Bratsch sieht jedoch der Gemeinderat die Autonomie heute stark eingeschränkt. Einzelne Aufgaben lassen sich aufgrund der beschänkt verfügbaren finanziellen Mittel nicht mehr zufriedenstellend erfüllen oder sind durch regionale Lösungen praktisch fremdbestimmt. Man ist im Gegenteil davon überzeugt, dass durch den Zusammenschluss die Autonomie, also der Handlungsspielraum wieder vergrössert werden kann.
Die Gemeinderäte von Gampel und Bratsch stehen einstimmig hinter der Fusion der Einwohner- und Burgergemeinden. Die Ur- und Burgerversammlungen von Gampel und Bratsch werden am Wochenende vom 19. | 20. Januar 2008 in einem schriftlichen Urnengang über die Fusionen befinden. Die Abstimmungen finden getrennt und an zwei Urnen für die Fusion der Einwohner- und Burgergemeinden statt. Bei einem positiven Entscheid würden die Gemeinderäte von Gampel und Bratsch beim Grossen Rat eine rückwirkende Fusion auf den 1. Januar 2008 beantragen.
| Gemeinde Gampel-Bratsch |
| 027 933 69 00 |
| Gemeinde Steg-Hohtenn |
| 027 933 12 70 |