16. Nov 2007 | zur Übersicht
Gampel.– Im letzten Jahr waren sie im Nu weg - und wer rechnen kann, wird zuschlagen, und sich eine Member Card schon heute sichern. Für schlappe Fr. 190.- gibts einen Viertagespass und acht zusätzlich "Goodies". Unter ihnen der Transport von jedem Ort der Schweiz Hin und Zurück! Auch für Oberwalliser ist das Angebot verlockend, ist doch auch der Transport mit PostAuto Wallis integriert. Zur Openair Gampel Webseite ...
Das Festival das war, war in den Augen seiner Besucher ein Erfolgreiches: In einer Online-Umfrage bewerteten die ,Gampel'-Besucher das Festival mit einer hohen Durchschnittsnote von 5.2. Über 75 % der Besucher wird ,Gampel' auch im nächsten Jahr besuchen. Musikalisch überzeugten mit Abstand Die Ärzte gefolgt von Billy Talent, Jan Delay und Sportfreunde Stiller. Am wenigsten überzeugen konnten Bligg und Tool. So rosig wie das das vergangene Festival durch die Besucher beurteilt worden ist, ist die finanzielle Bilanz leider nicht. Das Festival schliesst mit einer «roten Null» ab - d.h. ein angestrebter Schuldenabbau konnte nicht vollzogen werden.
Bei 1421 verwertbaren Fragebögen beträgt die Rücklaufquote beachtliche 5 %. Gemäss Abrechnung besuchten das Festival insgesamt 28'186 verschiedene Besucher (Mehrtagesbesucher zählen bloss einmal) Demzufolge beträgt die Rücklaufquote sensationelle 5 %! D.h. jeder 20. Besucher hat die Möglichkeit des Feedbacks genutzt. Betrachtet man die Altersstatistik der Antwort gebenden User, so zeigt sich ein erwartetes Bild: 80 % der ,Gampel'-Besucher sind 25 oder jünger. Die grosse Masse der Besucher machen die 17- bis 25-jährigen aus, die 70 % der Festivalbesucher ausmachen.
Insgesamt erhält das Open Air Gampel 2007 sensationelle Noten: Im Durchschnitt geben die Gampel-Besucher dem vergangenen Anlass die Note 5.21. 87.4 % aller Besucher geben mindestens die Note 5; über 40 % erteilen dem Festival sogar die Traumnote 6. Lediglich 39 Personen bewerten das Festival negativ. Bei genauerer Betrachtung der 39 Negativ-Noten fällt auf, dass diese Besucher für ,Gampel' noch nicht «verloren» sind. 31 % von ihnen gaben im Fragebogen an, dass sie dennoch im nächsten Jahr wiederkommen, 62 % gaben an, dass sie ihre Entscheidung vom gebotenen Musikprogramm abhängig machen - lediglich 7 % (3 Nennungen) gaben zu Protokoll, dass für sie ,Gampel' Geschichte sei. 75 % aller Besucher von 2007 werden das Festival auch 2008 besuchen. 25 % schauen zunächst, was das Programm bringt, und machen ihren Entscheid davon abhängig. Lediglich sechs Personen gaben an, dass sie ,Gampel' definitiv den Rücken kehren.
Die wichtigste Informationsquelle zum Open Air Gampel ist mit Abstand openairgampel.ch, gefolgt von der Plakatwerbung. Die Zeitungs-Werbung ist im Vergleich zur Radio- und TV-Werbung erstaunlich hoch. Abgeschlagen am Ende der Rangliste befindet sich die TV-Werbung. Der Stellenwert dieser Werbung muss überdacht werden. Beachtlich ist der Wert jener, die man nicht auf Gampel aufmerksam machen muss: 5 % aller Besucher gaben an, dass sie aus Tradition ,Gampel' besuchen. Fast 2/3 aller ,Gampel'-Besucher informiert sich über Veranstaltungen via Internet. Dieser Wert ist erschreckend hoch, ist aber nachvollziehbar, wenn man die Altersstruktur der Veranstaltung kennt. Immerhin 18 % informieren sich noch in Zeitungen/Magazinen/Zeitschriften. Der Wert der Landessender DRS 3 / Couleur 3 ist nicht schlecht und entspricht in etwa ihrem eigentlichen Marktanteil. TV als Informationsquelle ist nur für knapp 4 von 100 Personen relevant. 92 % der ,Gampel'-Besucher besuchten 2007 auch andere Open Airs. Am ehesten wählen sie das Greenfieldfestival und das Gurtenfestival. Erstaunlich viele, die das Raiffeisen Open Air in Herbriggen besuchten, kamen einen Monat später auch nach Gampel. Dies heisst, dass sich die beiden Veranstaltungen nicht konkurrenzieren und obwohl beide andere Zielgruppen ansprechen es doch eine Schnittmenge jener gibt, die beide Festivals besuchen. Erst an vierter Stelle folgt das Open Air St. Gallen. Diese Auswertung gibt Aufschluss darüber, wo ,Gampel' 2008 seine Werbung verstärken sollte: Primär am Greenfield Festival, Sekundär am Gurtenfestival. Wichtig ist auch Herbriggen und St. Gallen. Wenig bis keine Bedeutung für Werbung haben Lumnezia, Paleo oder auch Touch the lake.
Klar am besten gefiel dem ,Gampel'-Publikum Die Ärzte, gefolgt von Billy Talent, Jan Delay und Sportfreunde Stiller. Damit befinden sich in den ersten vier Positionen drei deutschsingende Acts! Tool, als Donnerstagsheadliner hat nach Ansicht der Gampel-Besucher völlig versagt - Tool wurde lediglich noch von Bligg «geschlagen». Dies verdankt Tool vor allem jenen, die diese Band als schlechteste Band des Festivals bezeichneten, denn die negativen Stimmen überwiegen die positiven um Weiten. Als Überraschung schlechthin kann Russkaja bezeichnet werden. Als kleine Partyband in der Bockbühne angekündigt, rangieren sie nun an fünfter Position. Stress ist klar bester Schweizer Act. Als beste Band aus 22 Jahren ,Gampel' bezeichnen die Besucher Die Toten Hosen! Gefolgt von Die Ärzte und Muse. Hohe Bedeutung hatten offenbar die Auftritte von The Prodigy, The Offspring, Mando Diao, Franz Ferdinand und Die Fantastischen Vier.
Die Qualität des Open Air Gampels wird in den befragten Bereichen als gut bis sehr gut bezeichnet. Abstriche gibt's erwartungsgemäss bei der Sauberkeit: 14 % bezeichnen das Gelände und 24 % die sanitären Anlagen als zu dreckig. Für 23 % könnte das Angebot an sanitären Anlagen erhöht werden. Am meisten Zuspruch findet die Webseite, das kulinarische Angebot auf dem Gelände, der Camping mit seinen Regeln und auch das Transportangebot. Aus Sicht der Besucher haben die ,Gampel'-Verantwortlichen die Qualität des Festivals «im Griff» - noch nicht vollständig «im Griff» hat man dagegen die Kosten. Das letztjährige Festival schliesst mit einer «roten Null» ab. Ein angestrebter Schuldenabbau konnte nicht vollzogen werden. Die Schulden resultieren nach wie vor aus der Jubiläumsveranstaltung von 2005, als vor allem das anhaltende Regenwetter und Mehrausgaben in Folge von verschiedenen Jubiläumsaktivitäten, sich stark negativ auf das Betriebsergebnis auswirkten. Das ,Gampel'-Team strebt 2008 eine Straffung der Kosten an - ohne aber damit Abstriche bei der Qualität zu bewirken.
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